+++++T-Alk-Chat+++24 Stunden geöffnet+++Kernzeiten täglich 10:00 bis open end+++ 20:00 bis open end +++++
Alkoholsucht T-Alk Alkohol Alkoholchat Beratungsstellen Therapieeinrichtungen Therapie Beratung Alkoholkrankheit Alkoholikerchat Co-Alkoholiker Selbsthilfe Alkoholkrank Alkoholhilfe Krank Hilfe Alk Alki Saufen Komasaufen Koma Problem Chat Sucht Alkoholmissbrauch Alkoholproblem Alkoholabhängigkeit Co-Abhängigkeit Alkoholchat Alkoholratgeber Alkoholikerhilfe Auswege aus dem Trinken

Heute 8

Insgesamt 369388

Lebensgeschichte von Teddy

Aufgewachsen bin ich in einer Arbeiterfamilie. Vater ging als Schlosser und Kraftfahrer arbeiten, Mutter als Erzieherin in einem Heim. Sie blieb nur die ersten 3 Jahre zu Hause. 1 Jahr nach meiner Geburt bekam ich ein Brüderchen. Ab der Kindergarten-Zeit waren wir *Schlüsselkinder* (trugen den Haustürschlüssel schon mit uns).
Die Eltern tranken sehr gerne einen, wo ich auch mal naschte. (Ananasstücke in Pfirsichgeist) Der erste Kontakt mit Alk.
Bei Vater wurde das Trinken immer mehr und er kam auch immer öfter später nach Hause.
In den ersten Schuljahren war es sehr stressig, Ich bekam irgendwie einen Knacks weg. Jedenfalls stand ich einige Zeit unter Medi's, welche mich beruhigen sollten. Warum ich so aufgedreht war, bekam ich erst sehr viel später mit.
Dann kam Jugendweihe, Disco und Betriebsfeiern.Während der Armeezeit wurde auch mal richtig zugeschlagen.
Nach der Wende habe ich den Beruf gewechselt,war dann ständig auf Montage.
Da wurde der Konsum schon täglich und immer mehr (Bier und Liköre).Es kam dann auch der Umstieg auf harte Sachen.
Das war die Montagezeit. Ich habe es soweit getrieben, das ich den LKW zum Feierabend abgestellt habe, dann hinter den Sitz gegriffen und...die erste Pulle Schnaps innerhalb einer Stunde leer war. Ich musste ja auf meine Kollegen warten. Zum Abendbrot folgten dann die Bierchen. Und das täglich.
(Exzessive Trinkphase – bis zum Umfallen) Tagsüber hab ich nichts angefasst.
Es folgten die ersten Blackouts..Da war ich 30
1996 hatte ich meinen Geburtstag noch bei meinen Eltern gefeiert. Es fand sich ja keine Wohnung, oder ich war zu faul oder zu bequem. Zwei Wochen später haben mich meine Eltern rausgeschmissen. Es hatte wieder Streit gegeben,weil ich einer Aufforderung nicht nachgekommen war.
Im Obdachlosenheim habe ich nicht viel über meinen Konsum nachgedacht. Eher, wie ich meine Ruhe haben könnte. Saufen war so wieso an der Tagesordnung. Das Soz.-Amt half mir, wieder eine Wohnung zu bekommen. Die Wohnungsverwaltung hatte meinen Antrag einfach verlegt(?). Die Tante vom Soz-Amt hatte aber Haare auf den Zähnen, bis sich plötzlich mein Antrag wieder auffand. Die erste freie Wohnung wäre meine.
Jan. 1997 bin ich dann eingezogen, wo ich das erste Mal versucht habe, vom Suff wegzukommen. Tabletten zur Beruhigung, ohne SHG, geraucht wie ein Schlot
(75 Zigaretten am Tag). Nach 4 Wochen hab ich wieder angefangen zu saufen.
Pfingsten 1997 kam dann die erste stationäre Entgiftung. Meine Ärztin hatte mich nicht aufgeklärt, das ich weiter trinken müsse (versuch mal was zu essen), es war noch kein Bett im Krankenhaus frei.
Zwei Tage Hölle zu Hause. Ich hatte Halli's und der Kreislauf stand kurz vor dem Kollaps. (Dr. Schnell-Tod)
Entgiftung mit Motivationstherapie ca. 6 Wochen folgten, hier war dann auch der erste Kontakt zu einer Suchtberatungsstelle.
Mein Arbeitgeber hatte mich mit 6 Wochen Kündigungsfrist gekündigt, damit ich keine Nachteile habe. Er war froh, dass ich endlich was gegen meine Sucht unternahm. Habe später noch mal bei ihm gearbeitet.
Meinen Führerschein habe ich bis heute behalten. LKW und Motorrad.
Bin nie erwischt worden, welch ein Leichtsinn!
Mit verschiedenen Therapie- und Selbsthilfegruppen blieb ich ein Jahr trocken. Aber ich fing wieder an zu spielen und weitere Entgiftungen folgten.
1999 hatte ich die erste AEB (Alkohol-Entwöhnungs-Behandlung) in der Salus-Klinik in Lindow.
Hier wurde erst mal Wissensvermittlung betrieben. Stressbewältigung, Entspannung, Sport, Ergotherapie (hier fand ich zum Malen) und viele, viele Gruppensitzungen und Einzelgespräche. Es kam vor allem noch eine wichtige Gruppe hinzu : SEKO (Selbstsicherheit und Kommunikation). Ich war früher sehr ruhig und gehemmt. Ich musste erst lernen, mit Mitmenschen zu kommunizieren. Von Lob bis Tadel, jemanden auf der Straße ansprechen oder einfach nur freundlich sein. Mich stört auch nicht mehr, wenn mir jemand bei der Arbeit zusieht. Nur die Umsetzung im wirklichen Leben war dann doch nicht so einfach.
2001 war ich dann noch mal in Lindow für 8 Wochen zur Auffrischung. Ich hatte zwar zu Hause noch meine Gruppe und das >Alk-freie Cafe 303<, aber es kamen doch wieder ein paar Entgiftungen dazu. Den wahren Ernst hatte ich noch nicht begriffen. Das ging so bis Ende 2001 – Kündigung eine Woche vor Weihnachten.
Zu den Entgiftungen musste ich inzwischen sehen, wie ich dorthin kam. Mein Vater macht keine
Krankentransporte mehr. Meine Angehörigen und Freunde haben mich einfach fallen gelassen. (Immer diese Enttäuschungen).Mein Vater hatte ja schließlich allein aufgehört mit dem Suff, und konnte nicht verstehen, warum ich das nicht auch schaffe.
2002 ging ich dann zur ersten Langzeittherapie in der sozial-therapeutischen Einrichtung WABE , in Medewitzerhütten
War für mich eine schwere Entscheidung,da das Sozialamt diese Einrichtung finanziert. Sie halten zuerst die Hand auf, nach verwertbarem Vermögen:
(Auto verkauft, Bausparvertrag abgetreten, Lebensversicherung gekündigt usw.).
Dort war der Arbeitsalltag, auf Selbstversorgung ausgelegt. Bin kein Freund von großen Ackerflächen. Dir wird morgens gesagt, was am Tage gemacht wird. Dort hatte ich zwei Rückfälle. Die Therapie habe ich nach 9 Monaten abgebrochen.
Alle redeten auf mich ein und ich fühlte mich in die Ecke getrieben.
Ich kam in meine Wohnung zurück, und versuffte förmlich.3 Flaschen Schnaps täglich.
Die Entgiftungen, seit dem ersten Entzug, habe ich nicht mehr gezählt, jenseits der 20 , plus diverser, kalter Entzüge.
Anfang 2003 war ich dann wirklich am Ende, ein Antrag auf Aufnahme in ein Dauerwohnheim für Alkoholkranke lief bereits.
Im März 2003, bei einer Entgiftung, (Jan., Feb. bereits welche), wurde der Verdacht auf Depression geäußert. Schnellst möglicher Termin wäre nur möglich, wenn ich auf der Station bleibe, bis ein Platz frei ist. Mir war sowieso schon alles egal, ich wechselte also die Station.
Die Psychotherapie war ein harter Brocken, hat aber geholfen.Mein Vater hat mich im Krankenhaus nie besucht, Mutter musste immer vorgehen. Bis zur Tür und nicht weiter. Dieses eine Mal tat er es. Er ist mit dem Motorrad vorgefahren ( V-MAX ), kam auf die Station. So werde ich ihn in Erinnerung behalten. Einige Tage später starb er.
Während der Psychotherapie kam auch die Antwort vom Soz.Amt, dass ich für das Dauerwohnheim nicht in Frage kommen würde.
Sie würden mir aber eine Langzeittherapie, in der sozial-therapeutischen Einrichtung *Eichendorfer Mühle* , finanzieren.
Ich habe sofort angenommen, meine letzte Chance.
Ich habe begriffen, dass ich mein Leben komplett umkrempeln muss.
Das Motto ist hier : Lebenshilfe durch Lebensteilung in einer Suchtmittel-freien Wohngemeinschaft. Ich wurde einfach gefragt, ob ich mir bestimmte Sachen vorstellen könnte, hab's dann einfach ausprobiert. Arbeitete auch mit Holz (als gelernter Metaller), und machte viele Tätigkeiten, vor die ich mich früher gedrückt habe. Ich wurde richtig begleitet. Hier bin ich glücklich geworden und einfach hängengeblieben. Nach einem Jahr und sechs Wochen Therapie, eine Wohnung im Ort bezogen (meine alte im Heimatort hatte ich gekündigt).
Ich blieb dort einige Jahre, arbeitete Ehrenamtlich als Kraftfahrer und kümmerte mich um die alten Maschinen im Sägewerk. Über die Nachsorge hatte ich immer einen Ansprechpartner, und war selber Ansprechpartner einer kleinen SHG. Meinen letzten Rückfall hatte ich im Dezember 2006.
2010 lernte ich dann meine jetzige Partnerin kennen. Es folgten Umzüge, mit dem Ziel wieder eine Arbeit anzustreben,mich wieder neuen Aufgaben zu stellen. Ich war noch mal wegen Depris in Behandlung (Stationär akut und in der Tagesklinik). Erkannt wurde das im Zusammenhang, dass mich Flaschen im Supermarkt anzogen. Ich habe den gleichen Tag noch mit meiner Partnerin darüber geredet und bin den nächsten Tag sofort zum Doc. Ich wurde gut begleitet, ich hatte mir sofort ohne Zögern Hilfe geholt und konnte einen Rückfall vermeiden.
Es sind weitere Erkenntnisse gekommen, die mein früheres Leben betreffen (Medi's in der Kindheit) und auch immer noch Auswirkungen auf mein jetziges Leben haben. Obwohl sie so hammerhart waren, bin ich Trocken geblieben.
Es ist also möglich mit Tiefen im Leben umzugehen, ohne zu trinken.
Immer Achtsam mit sich umgehen
Teddy

 
 
Copyright by T-Alk e.V. •